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Poldis Pool-Wurf

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Die Hotel-Bar in der Villa Kennedy in Frankfurt, vergangenen Montag. Während ich bei einem Espresso auf meinen Termin mit Thomas Müller warte, röhrt es durch den Raum. Mesut Özil, der hinter mir gerade noch in ein Gespräch mit einem Reporter-Kollegen vertieft war, zuckt zusammen, dann lächelt er. Wie Manuel Neuer und Emre Can an den Nebentischen weiß der Arsenal-Profi, dass sich zu so einem Geräusch nur einer im DFB-Mannschaftsquartier hinreißen lässt. Und da steckt auch schon Lukas Podolski seinen Kopf durch die Löcher einer futuristischen Trennwand.

Dabei leidet Podolski eigentlich an einer Sprunggelenksverletzung, die ihn wenige Stunden später zum Abreisen zwingen wird. Er selbst vermutet es zu diesem Zeitpunkt schon, dennoch gibt er noch das Interview, das er einem Magazin zugesagt hatte. „Dann haben wir das“, sagt er lapidar, als er zu mir auf ein paar Worte an die Bar vorbei schaut. Podolski und ich kennen uns nun schon seit rund zehn Jahren. Darum wundert es mich stets, wenn Leute mich fragen, was Poldi für ein Problem mit mir habe. Doch inzwischen weiß ich: Es geht um den Pool-Wurf.

Podolskis Aktion, als er mich im WM-Trainingslager 2014 in das Schwimmbecken des Mannschaftshotels in Südtirol warf, wird oft falsch ausgelegt. Selbst der ehrwürdige „Guardian“ spekulierte während der WM augenzwickernd, dass Poldis Pool-Wurf eine Vergeltungsaktion an mir im Namen von Bastian Schweinsteiger gewesen sei (http://www.theguardian.com/football/blog/2014/jun/29/germany-schweinsteiger-khedira-joachim-low-algeria). Den heutigen DFB-Kapitän hatte ich einst wirklich verärgert (Stichwort Chefchen-Affäre). Anders als Podolski.

Poldi und Schweini sind zumal gar nicht so dick, wie es seit dem Sommermärchen 2006 in der Öffentlichkeit gerne dargestellt wird. Für den Kölner Jeck gibt einfach oft keinen anderen Grund als: spontanen Spaß.

Tatsächlich hatte ich an dem besagten Tag im Mai 2014 gar nicht mit Lukas gesprochen, um ihn verärgern zu können. Die letzten großen Interview-Runden vor dem Abflug nach Brasilien im Mannschaftsquartier in Südtirol waren gerade beendet. Ich hatte die Tische von Lahm, Reus, Boateng und Hummels besucht, zu Podolski schaffte ich es zeitlich nicht mehr. Ich packte gerade meinen Block und mein Handy, das ich für Aufnahmen nutze, ein, als Poldi mit einem freundlichen Lächeln auf mich zukam. Er rief wie so oft „Falki, Du Osterhase“ und umarmte mich – scheinbar – herzlich. Im nächsten Moment fühlte ich mich schon ausgehebelt und Lukas flüsterte mir ins Ohr: „Jetzt wirf besser dein Handy weg, schnell“. Schon lag ich im Pool. Als ich auftauche, sehe ich wie Poldi mir Handküsse zuwirft, oben ruft Mesut Özil vom Balkon „Bravo, SPORT BILD!“ und Thomas Müller lacht sich eins. Die Szene schaffte es auf youtube.

Spieler müssen von uns Journalisten oft einiges schlucken, diesmal war es umgekehrt. Podolski war auch nicht der erste, der mich nass gemacht hat. Franck Ribéry kippte mir schon einen Kübel Wasser vom Dach des Trainingszentrums an der Säbener Straße über, bevor er Oliver Kahn erwischte. Sammy Kuffour vergoss den kompletten Inhalt eines der Riesen-Weißbiergläser bei einer Meisterfeier auf mich. Während diese Späße schnell verziehen wie auch vergessen waren, landete die Pool-Szene aber im Trailer und als kurze Szene im WM-Film „Die Mannschaft“.

Nach der WM liefen Podolski und ich uns erstmals bei der Kino-Premiere am Potsdamer Platz auf dem roten Teppich über den Weg.

Er als einer der Hauptdarsteller, ich als Berichtersta
tter. Poldi feixte mir zu: „Jetzt habe ich Dich auch noch in den Film gebracht, Du Osterhase. Das wird teuer!“ Per Mertesacker, der mit Poldi aus London angereist war, und eigentlich für seine trockene Art bekannt ist, grölte dazu vergnügt: „Zahlen, Sport Bild, zahlen!“

Wo Podolski ist, herrscht gute Laune. Demnächst will ich ihn in Istanbul besuchen. Wer dann die Rechnung zahlt, weiß ich jetzt schon.

Das Pool-Interview in SPORT BILD: Poldi brachte als Geschenk einen Bademantel mit

Das folgende Pool-Interview in SPORT BILD: Poldi brachte als Geschenk einen Bademantel mit

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