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Darum nennen Rummenigge und Hoeneß uns Spione

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Ich biege gerade am Münchner Terminal  zum Gate für meinen Flug zum Pokalspiel in Leipzig ein, als mich eine wohl bekannte Stimme begrüßt. „Herr Falk, hat die Sport Bild eigentlich Spione bei der Lufthansa? Oder warum wissen Sie immer, mit welcher Maschine wir fliegen?“ Es ist Uli Hoeneß, der sichtlich Spaß daran hat, mich aufzuziehen. Tatsächlich ist es inzwischen schon ein Running Gag der Bayern-Bosse. Zuletzt sprach Karl-Heinz Rummenigge vor dem Abflug zum Auswärtsspiel in Berlin meinen Kollegen Tobi Altschäffl mit „James Bond“ an, da sich unsere Zusammentreffen am Flughafen tatsächlich häuften. Uli Hoeneß, der feixend daneben stand, nahm die Vorlage zum Spionage-Thema auf. Seitdem spielen die Bayern-Bosse es im Doppelpass.

Die Maschinen am Spieltag sind meistens prominent besetzt. Die Mannschaft fliegt am Vortag, die Führungsebene reist geschlossen nach. Die Business Class im Bombardier, mit 90 Plätzen die kleinste Düsenmaschine der LH-Flotte, ist fest in Bayern-Hand. Vorne rechts auf Platz 1A sitzt Vorstand Jörg Wacker, zuständig für die Internationalisierung des Klubs. Links auf 2D folgt Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Die Reihe 3 teilen sich Präsident Uli Hoeneß (3C) und Andi Jung (3D), Vorstand Marketing. Inmitten des FCB-Tross hat sich Moderator Kai Pflaume (2B) platziert, für den bekanntlich nur die Liebe zählt. Seine gilt uneingeschränkt dem FC Bayern, weshalb er ein gut gelittener Gast bei den Bossen ist. Gern nimmt ihn der Klub auf Rückflügen schon mal in der Mannschaftsmaschine mit. Dass Pflaume aus Leipzig kommt, tut seiner Leidenschaft für den Rekordmeister keinen Abbruch. Mit Hoeneß tauscht er sich angeregt zum Pokalknaller gegen RB aus, während Rummenigge lieber beim Zeitungslesen auf seinem Tablet entspannt. Der FC Bayern hat im Übrigen noch einen Weltmeister im Tross, allerdings etwas weiter hinten. Ex-Torhüter Raimond Aumann, zuständig für die Fan-Belange, hat seinen Platz in der Economy Class (5F). Für ihn wird es eine entspannte Reise. Die Bayern-Ultras boykottieren das Spiel, fahren nicht mit nach Leipzig.

Die Mannschaft residiert im Steigenberger Grandhotel in Innenstadt. Ich schaue vor dem Spiel noch kurz vorbei, ob es Neuigkeiten gibt. Bevor die Bosse im Team-Quartier dazu stoßen, sind sie erstmal zum Essen mit den Verantwortlichen von RB Leipzig eingeladen. Eine gute Grundlage wird wichtig sein, denn der Pokalabend wird in die Verlängerung und ins Elfmeterschießen gehen, bevor der FC Bayern am Ende mit 6:5 triumphiert. Kurz nach Mitternacht wird es noch eine Schrecksekunde geben.

Teamarzt Dr. Braun lässt von Sanitätern eine Trage in die Bayern-Kabine bringen. Die ersten Gedanken gehen zu Jupp Heynckes, der auf der Bayern-Bank mit verblutetem Hemd saß. Zum Glück kommt der Patient nicht liegend, sondern auf beiden Beinen zum Krankenwagen. Es ist ein Bayern-Physio, der offenbar Nierenprobleme hatte (am nächsten Tag wird es immer wieder besser gehen). Kurz darauf stiehlt sich aus der Mixed Zone, wo die Journalisten auf Interviews warten, Timo Werner durch einen Seitenausgang nahezu unbemerkt davon. Ich habe dafür an diesem Abend sogar ein wenig Verständnis dafür, auch wenn es journalistisch schade ist. Ein Einblick in seine Gefühlswelt nach dem verschossenen Elfmeter gibt es daher nicht.

Heynckes sitzt währenddessen im T-Shirt statt Hemd bei der Pressekonferenz. Ich darf ihm die erste Frage stellen und diese lautet: Wie geht es ihm denn? „Ich habe zu sehr geschnäuzt, danach hatte ich Nasenbluten. Aber mir geht es gut“, lässt Heynckes wissen und bedankt sich für die Nachfrage. Aus den Augenwinkeln sehe ich einen weiteren Bayern-Physio, der sich an der Wand des Presseraums bereit hält. Ausgestattet mit einem Erste-Hilfe-Set, falls Heynckes Nase noch einmal Watte-Pfropfen benötigt.

Der Abend ist damit noch nicht zu Ende. Ich statte einen kurzen Besuch in der RB Lounge ab, die sich angesichts des unglücklichen Ausscheidens der Gastgeber schnell lehrt. Die Leipzig-Bosse sind sichtlich bedient. Um 1 Uhr macht die Loge zu, wir bekommen dennoch als zweite Verlängerung des Abends noch ein letztes Glas Wein.

Schluss ist dann noch immer nicht. Für eine Nachbesprechung geht es im Anschluss in die Bar „Trattoria No. 1“. Der Abend hatte zahlreiche Themen zu bieten, weshalb es für die Berichterstattung einiges zu diskutieren gibt. Zudem findet sich noch die ein oder andere Informationen unter den Gästen, die nach und nach aus den VIP-Räumen des Stadions in dem angesagten Szene-Italiener eintrudeln. Gegen 3 Uhr ist dann aber auch für uns Reporter Abpfiff. Selbst James Bond muss sicher auch mal schlafen.

Vielleicht haben Rummenigge und Hoeneß mit ihrer Einschätzung tatsächlich nicht so unrecht. Ein bisschen spioniert wird auf diesen Reisen ja dann doch immer…

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