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Der teuerste Liga-Spieler hat eine 15-Euro-Frisur

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Für das Duell gegen Paris Saint-Germain kehrt der Bayern-Franzose erstmals für ein Pflichtspiel in seine Heimat zurück. Schwarzes T-Shirt, schwarzes Käppi – so erscheint Corentin Tolisso zu unserem Termin. Kurze Begrüßung (für die ich mein Schulfranzösisch auspacke), danach zieht der Franzose über sein privates Oberteil mit fünf weißen Sternen das Bayern-Trikot mit den vier goldenen Sternen. Der Sponsor soll schließlich zu seinem Recht kommen. Es kann’s losgehen!
Das Gespräch läuft erst ein bisschen schleppend an, man kennt sich ja noch nicht. Aber genau das wollen wir ja ändern. Wer ist der Mann, für den der FC Bayern mit 41,5 Millionen Euro so viel ausgab wie noch für keinem anderen Spieler in der Klub-Geschichte?

Das Interview in Sport Bild
Wer heute im Fußball über Geld spricht, kommt nicht an Neymar und Dembele vorbei. Tolisso kennt letzteren aus der französischen Nationalmannschaft. Er will nicht über das Verhalten seines Kumpels urteilen, der sich von Dortmund zu Barca streikte. Er selbst könne nicht sagen, was er gemacht hätte, wäre sein Traum vom FC Bayern an einem Wechsel-Veto von Ex-Klub Lyon gescheitert. Streik? Er weiß es nicht. Je mehr er über Bayern erzählt, desto mehr nimmt man ihm ab, wie sehr er nach München wollte. Über Franck Ribéry spricht Tolisso schon fast ehrfürchtig. Ob er den Champions-League-Sieger schon auf seinen steinigen Karriere-Start in der Heimat angesprochen habe? Das, so Tolisso, würde er nicht wagen. Nicht, dass Ribéry so eine Frage als respektlos empfinden würde, befürchtet er.
Tolisso lauscht meinem Deutsch, bevor es übersetzt wird. Beim Namen „Pogba“ horcht er interessiert und wiederholt ihn mit tiefer Pogba-Imitation-Stimme. In den sozialen Medien war zu lesen, dass er den gleichen Friseur wie der 120-Millionen-Mann aus Manchester United besucht, ihn sogar einfliegen lässt. Nun lacht Tolisso lauthals auf. Er beim Starfriseur? Nein, nein, dass sei nicht richtig. Vielmehr gehe er noch zum Coiffeur seiner Kindheit. Was denn da ein Schnitt koste, will ich wissen. „Quince Euro, 15 Euro!“, antwortet der 41,5-Millionen-Mann. Nun lachen wir alle und ich erwähne, dass mich der Schnitt meines 10-jährigem Sohnes jedes Mal 27 Euro kostet. Ich werde wohl mit dem jungen Mann darüber noch mal diskutieren müssen… 
Tolisso taut sichtlich auf, fängt an, aus seinem einstigen Leben auf dem französischen Dorf Thizy zu erzählen. Er ist regelrecht bemüht, uns dessen Lage näher zu bringen. Rhone ist die nächstgrößere Stadt, die uns bekannt ist. „Meine Großeltern wohnen noch immer dort. Auch zwei meiner drei engsten Freunde“, fährt er fort. Sie besuche er noch heute regelmäßig. Wie groß Thizy denn nun sei? Jetzt schlägt Tolisso die Hände über den Kopf, zermartert sich ganz offensichtlich sein Hirn. „Ich darf jetzt nichts falsches sagen“, sagt der 23-jährige Profi und erklärt: „Sonst schimpft mich meine Mutter!“ Letztendlich wird er mit 3000 Einwohnern ganz gut liegen.
Auch ein 41,5-Millionen-Mann muss seiner Mama Rede und Antwort stehen. Das ist in Zeiten des Ablösesummen-Wahnsinns dann doch irgendwie beruhigend.

Das Interview mit Corentin Tolisso lest Ihr in der aktuellen Ausgabe von Sport Bild.

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