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Die rote-Sitze-Diskussion: Darum sind Maulwürfe wichtig

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Selten hat ein Tweet auf meinem Account für mehr Diskussionen unter den Followern gesorgt. Am Mittwoch stellte ich die Fotomontage online, die wir am gleichen Tag in SPORT BILD veröffentlicht hatten: die Pläne des FC Bayern für die rot-weiße Bestuhlung in der Allianz Arena, die der Klub erst die Woche zuvor in seinen Gremien besprochen hatte. Die Reaktion: den meisten Anhängern ging die Lösung nicht weit genug, zu wenig rote Sitze.

Die hitzige Fan-Diskussion erreichte auch den FC Bayern. Schnell wurden Schuldige gesucht, wer die Pläne durchgesteckt haben könnte. Fan-Vertreter, denen der Entwurf im Arbeitskreis Fan-Dialog am Wochenende vorgestellt worden war, meldeten sich bei mir, damit ich sie von den Vorwürfen entlaste. Selbst Ultra-Gruppierungen, die grundsätzlich die Nähe der Medien meiden. Darunter Gregor Weinreich vom „Club Nr.12“, den ich sicher seit rund 10 Jahren nicht mehr gesprochen habe. Auf seinen Wunsch hin stelle ich klar: Weinreich war nicht der Informant.

Intern beim FC Bayern war man nicht glücklich, dass die Stadion-Pläne die Emotionen der Fans im Vorfeld der Jahreshauptversammlung so emotionalisierten. Selbst über eine Absage der Präsentation wurde nachgedacht. Am Ende strich man nur den Film, der vorbereitet worden war, zeigte ein Bild (die grauen Sitze waren auffällig aufgehellt).Die neuen Sitz-Pläne kamen als letzter Punkt des letzten Klub-Redners.

Finanz-Vorstand Jan-Christian Dreesen sprach offensiv vor den 1500 Mitgliedern die Fotomontage in der SPORT BILD an und verwies darauf, dass man über den Entwurf natürlich noch diskutieren könne. Sicherlich die richtige Reaktion. Sie zeigt, dass mediale Berichterstattung ein wichtiges Werkzeug der Demokratie ist. Die Vorlage nahmen die Fans dankbar in den anschließenden Wort-Meldungen auf, die ansonsten sicher drastischer ausgefallen wären.

Fan Markus Müller bedankte sich bei Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, dass der Klub die Anhänger bei der Gestaltung nun mit ins Boot nehmen wolle. Denn was er heute gesehen habe, hätte ihn ein bisschen ernüchtert. Die Mitglieder unterstützen die Meinung mit deutlichen Applaus. „Für mich wird es einfach mein Stadion werden, wenn das Stadion komplett rot wäre“, so Müller. „Vielleicht auch mit einem Bayern-Wappen.“ Noch größerer Applaus. Graue Sitzschalen seien einfach hässlich. Sein Appell: „Machen Sie es mit roten Wänden und Wappen, machen Sie es mit roten Sitzen – machen Sie es zum Alleinstellungsmerkmal. Ich bitte Sie darum, dass das nicht der letzte Entwurf ist.“

Dreesen machte auf den Großteil der Anregungen nicht viel Hoffnung, vor allem aufgrund der angeblich schwierigen technischen Umsetzung. Zudem sei im Arbeitskreis Fandialog das Votum eindeutig gewesen. Nur rote Sitze oder ein Teil roter Sitze? Die Abstimmung sei deutlich für „zum Teil rote Sitze“ ausgefallen. Es sei aber schon diskutiert worden, einen „Mia san mia“-Schriftzug im Westrang zu installieren. Der Finanz-Chef stellte klar: „Wir wollen nicht, dass das unser letzter Entwurf ist.“

Der Beweis, dass Whistle-Blower – gerne auch „Maulwürfe“ genannt – für die öffentliche Diskussion einen wichtigen Beitrag leisten. Edward Snowden lässt grüßen.

Ironie am Rande: Dreesen räumte ein, dass das diskutierte „FC“ im Oberrang in der ursprünglichen FCB-Grafik noch nicht integriert, sondern nur diskutiert worden war. Nach Betrachtung der SPORT BILD-Fotomontage wurde es aber noch nachträglich aufgenommen.

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