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Eine Nacht in Hannover

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Mein Kollege Heiko Ostendorp schreibt heute in SPORT BILD über seine Nacht am Freitag im „Stade de France“ in Paris. Gestern saßen wir beide statt im Stadion gemeinsam auf dem Hotelzimmer in Hannover. Die Tickets zum Spiel, das nicht stattfinden würde neben uns, den Blick ständig wechselnd zwischen den Nachrichten in TV und Internet. Fast vier Stunden vor dem Spiel waren wir zuvor am Stadion gewesen, hatten fassungslos das Auf und Ab der Blaulichter und Sirenen verfolgt. Vor der Tür unseres Zimmers sucht ein Sicherheitsdienst den Gang mit einer Taschenlampe nach verdächtigen Gegenständen ab. Unser Leihauto mussten wir am von der Polizei gesperrten Stadionparkplatz zurück lassen. Selten war der Terror näher an unseren Fußball gekommen – doch er war auch zuvor immer wieder nah gewesen, ohne dessen Strahlkraft nachhaltig stören zu können.

Ich erinnere mich noch gut, als mich im März 2004 die Sirenen in meinem Hotelzimmer in Madrid weckten. Am Vorabend war der FC Bayern durch ein Tor von Zinedine Zidane gegen Real Madrid im Achtelfinale der Champions League ausgeschieden (0:1, 1:1). Mein Handy war auch damals bald voll mit Nachrichten, ob es mir denn gut gehe. Es war der Morgen der Zuganschläge in Madrid. Eine Serie von Bomben-Explosionen töteten  191 Menschen, 2051 wurden verletzt. Das Tags zuvor vollbesetzte Bernabeu-Stadion war nicht im Fokus des Terrors gewesen.

Im September 2001 taufte der FC Bayern vor dem Abflug zum Champions-League-Spiel bei Feyenoord Rooterdam ein Flugzeug auf seinen Namen. Als wir in unserem Hotel in Holland eincheckten, erreichten uns die ersten Nachrichten von den Terror-Anschlägen an den Twin-Towers in New York. Es war der 11. September.

Auch dieser Abend war gespenstisch. Während auf den einen Bildschirmen die Spiele der Champions League ohne Kommentar liefen, stürzten sich auf den anderen Menschen aus den Fenstern in den Tod. Die Schalker Mannschaft musste sechs Stunden nach den Anschlägen zum Spiel antreten. Die Partie des FC Bayern wurde wie rund 50 weitere in Champions und Europa League am nächsten Tag abgesagt. Bei unserem Sonder-Rückflug am 12. September war der Flughafen menschenleer. Der Luftraum war für ganz Europa gesperrt. Die Bayern-Maschine war eine der wenigen Ausnahmen, die eine Starterlaubnis bekommen hatte. Es war wirklich ein komisches Gefühl an diesem Tag in ein Flugzeug zu steigen. Genauso wie einen Monat darauf zum Nachholspiel wieder einzufliegen.

Spiele fanden aufgrund Terrors statt, andere wurden abgesagt. So wie das Länderspiel gestern in Hannover. Der Ball soll sich auch diesmal weiterdrehen. 

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