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Gespräch mit Tiger: Goretzka wird sein nächstes großes Bayern-Ding

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Recherchen können langwierig, im schlimmsten Fall langweilig sein. Bei anderen darf man dagegen einfach Hermann Gerland dazu sprechen. Egal, was am Ende dabei rumkommen mag, du kannst Dir vorher schon sicher sein: Deine persönliche Fußballwelt wirkt danach wieder wie frisch auf Hochglanz poliert! Der Ärger, dass die Premiere League uns die Stars aus Deutschland wegkauft? Für einen Moment wie verraucht. Real Madrid oder Barcelona sind für diese 15 Gesprächsminuten nur kleine Provinzklubs. Es ist, als wäre die Bundesliga der Mittelpunkt und nichts und niemand könnte auch nur daran zweifeln, dass die Musik woanders spielt. Messi? Vergiss es! Jetzt reden wir über Schweinsteiger bis zurück zu Beckenbauer. Selbstverständlich wird auch ein Müller nicht fehlen. Und natürlich geht es um den kommenden großen Bayern-Star!

 

In seinem Büro am Bayern-Campus hängen signierte Geschenke von FCB-Eigengewächsen wie Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger. Die Weltmeister bedanken sich darauf bei Gerland für ihre Karriere, die er gefördert hat. Am Samstag kommt zum Bundesliga-Topspiel gegen Schalke das nächste Talent, dass er er entdeckt hat – und nach seiner Einschätzung das Bayern-Gesicht der Zukunft wird.

 

Nach dem Pokalsieg mit Schalke über Wolfsburg steht Goretzka im Fokus
Nach dem Pokalsieg mit Schalke über Wolfsburg steht Goretzka im Kamera-Fokus

„Bayern München hat mit Leon einen jungen Spieler verpflichtet, der für den Klub locker zehn, wenn nicht sogar 15 Jahre spielen kann“, sagt mir Gerland als ich ihn für ein Porträt über Goretzka um seine Einschätzung bitte. Wenn der Tiger so etwas sagt, horche ich genau auf. Ich erinnere mich noch gut, als ich ihn vor fast 16 Jahren anrief, um ein Bild von einem damals jungen, noch unbekannten deutschen Spieler zu bekommen. „Der Schweini, das wird einer“, prophezeite mir Gerland schon im Sommer 2002. „Dem muss man nur manchmal ein wenig in den Arsch treten…“ Bei der anschließenden großen Karriere dürfte Gerland vermutlich oft und kräftig in den Hintern von Bastian Schweinsteiger getreten haben.

 

Wenn Gerland über Leon spricht, wird er weniger drastisch. Es klingt fast, als würde er einen Sohn beschreiben. „Er kommt aus dem gleichen Verein wie ich, ist auch Bochumer und hat sich zuletzt das Spitzenspiel der zweiten Liga gegen Bielefeld auch im Stadion angeschaut. Das ist ein bodenständiger Junge. Das sind alles für mich gute Zeichen“, sagt der Tiger und man hört fast ein Seufzen heraus, dass er selbst das Spiel nur im Fernsehen verfolgen konnte. Die Tigeraugen entdeckten dennoch, dass Goretzka auf der Tribüne nicht nur neben dem Schalker Max Meyer, sondern auch seinem alten Kumpel Michael „Ata“ Lameck (518 Liga-Spiele für den VfL) saß.

 

Aus Bochumer Verbundenheit verzieh Gerland dem VfL-Gewächs selbstverständlich, dass er ihm beim ersten Abwerbungsversuch aus München zugunsten von Bochum absagte. Der Junge habe damals noch sein Abitur machen wollen und er sei ja selbst Vater, da verstehe man das. Erstmals gesehen habe er den jungen Goretzka in der B-Jugend von Bochum, ausgerechnet in einem Spiel gegen Schalke. Gerland erinnert sich, dass auf der anderen Seite ein gewisser Max Meyer kickte. Der Meyer sei auch gut gewesen, aber noch besser war eben Goretzka. Gerland erinnert sich noch genau an jenes Westfalen-Pokal-Match: „Leon schoss drei Tore, war der überragende Mann.“ Seither hielt Gerland Kontakt, auch mit Goretzkas Vater Konrad. Die Freude, dass der Junge nun nach München komme, ist dem Tiger in jeder einzelnen seiner Schilderungen anzumerken. Nur einmal stutzt er. Die Frage, ob er jemals Zweifel hatte, dass Goretzka nicht doch am Ende dem Werben des FC Barcelona erliegen würde, kann Gerland nicht nachvollziehen. In seiner Welt ist selbst der Messi-Klub keine echte Alternative für einen jungen, aufstrebenden, deutschen Nationalspieler. 

 

Durchatmen: Leon Goretzka
Durchatmen vor dem Vorspielen in München: Leon Goretzka

„Ich wäre früher mit dem Fahrrad nach München gefahren, um mit Größen wie Franz Beckenbauer oder Gerd Müller zu trainieren“, sagt Gerland, als hätte es die rund 45 Jahre seither nicht gegeben. „Ich kenn weder Barcelona noch Real Madrid, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Klub besser ist als Bayern München.“ Was gäbe es denn schöneres für einen Jungen wie Leon jedes Jahr Champions League zu spielen? Na gut, schränkt Gerland dann doch ein, das könne er in Barcelona vielleicht auch. Trotzdem! „Egal, wo der FC Bayern auftritt, im In- oder Ausland, die Stadien sind immer voll. Alle wollen uns schlagen. Dieser Klub ist einfach einzigartig.“

 

Wo aber soll Goretzka in dem Münchner Star-Ensemble in Zukunft spielen? Das, so Gerland, würde allein der Trainer entscheiden. Den Einwand, dass dieser ja noch lange nicht feststehe, wischt Gerland beiseite. „Derzeit ist das Jupp Heynckes und wir hoffen alle, dass er das auch kommende Saison noch ist.“ Das hieße, auch Gerland müsste noch eine Spielzeit als Assistent dranhängen. Der Tiger verschluckt sich fast an seinem Lachen. Was heiße denn bitteschön „müssen“? Wenn er keine Lust mehr habe, könne er jederzeit sagen: ,Das war‘s!‘ Alt genug sei er ja. Doch dafür mache ihm die Arbeit mit „den Jungs“ zu viel Spaß. 

 

Ich wage auch eine Prophezeiung: Falls Goretzka tatsächlich 15 Jahre für den FC Bayern spielen sollte, steht Gerland noch viel Spaß bevor. Die Rente würde dann wohl noch bis 2033 warten müssen. Und ich werde ihn dann mit Sicherheit für seine Einschätzung zum Goretzka-Nachfolger anrufen…

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