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Herr Guardiola, sprechen wir über Ihre Zukunft

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Pressegespräche mit Pep Guardiola haben seit ein paar Wochen an Qualität gewonnen. Antwortete der Bayern-Trainer zuvor mehr als zwei Jahre lang für alle Journalisten vom Podium herab, stellt er sich nun zudem den Fragen einer ausgewählten kleinen Medienrunde am Tisch. Erst danach wechselt der Spanier in ein Studio zu den TV-Kameras. Exakt 21 Minuten wird das heutige Gespräch dauern.Guardiola hat die Vorbereitung auf die Auswärtspartie bei der Eintracht bereits am Flughafen nach dem Wolfsburg-Spiel begonnen, beweist gleich sein Detail-Wissen. „Frankfurt hat von den letzten 15 Heimspielen nur eins verloren“, streut er ein. Ursprünglich wollte der Trainer direkt nach dem Pokal-Spiel in Wolfsburg mit der Mannschaft weiter nach Frankfurt für die Freitagabend-Partie fahren, lässt er wissen. Statt dessen entschied er, erst am Spieltag anzureisen, um den Spielern Zeit mit ihren Familien zu gönnen. Als nächstes redet Guardiola Borussia Dortmund groß, um die Dominanz-Diskussion rundum den FC Bayern möglichst klein zu halten: „Unser Konkurrent hat im Pokal gezeigt, wie stark er ist. Sieben Punkte Vorsprung im Oktober sind keine große Differenz, anders als sieben Punkte Vorsprung im Mai.“

Nach 12 Minuten stelle ich Guardiola eine Frage zu dem Thema, das derzeit beim FC Bayern am meisten interessiert – und er selbst nicht mehr hören kann.

,Herr Guardiola, haben Sie in Ihrer Zeit beim FC Barcelona schon einmal erlebt, dass Ihr Kapitän Sie im Namen der Mannschaft bittet, den Vertrag zu verlängern?’ „Ja, jeden Tag“, scherzt der Spanier und erntet dafür einige Lacher im Raum. Sein sich senkender Blick sagt etwas anderes. Offenbar war der Vorstoß von Philipp Lahm doch auch in Guardiolas Welttrainer-Karriere einmalig.

Hier zeigt sich der Unterschied zwischen einer Pressekonferenz und einer Gesprächsrunde: Es gibt die Chance, nachzuhaken. ,Herr Guardiola, bitte ernsthaft…’ Der Katalane lässt mich spüren, dass er genervt ist. „Über dieses Thema jede Woche bei der Presse-Konferenz zu sprechen, ist immer das gleiche.“ Nicht, wenn er darauf antworten würde. Also: ,Wann dürfen wir Ihnen die Frage denn wieder stellen?’ Guardiolas überraschende Antwort: „Jede Woche bei der Pressekonferenz.“ Ein bisschen irritiert frage ich: ,Das heißt, wir dürfen Sie jede Woche nach Ihrer Zukunft fragen?’ Mediendirektor Markus Hörwick übersetzt jetzt für Guardiola, damit es keine Missverständnisse gibt. Der Spanier wechselt auf eine persönliche Ebene, richtet seine Worte nun direkt an mich: „Ich werde es Dir dann sagen.“ Ob er denn nicht verstehen könne, dass die Menschen seine offene Zukunft beschäftige? „Die Menschen interessiert, ihre Mannschaft im Fernsehen gut Fußball-spielen zu sehen. Das ist das wichtigste“, erwidert Guardiola und führt seine Gedanken endlich einmal aus: „Der Verein ist stabil, die Spieler sind stabil. Sie haben es gezeigt unter Jupp Heynckes, sie haben es gezeigt mit mir. Egal, ob ein neuer Trainer, ein neuer Präsident oder ein neuer Pressesprecher – der Verein wird stabil bleiben. Das ist am wichtigsten.“

Ich verstehe, dass Pep Guardiola auf diese Thematik dünnhäutig reagiert und entschuldige mich, dass ich ein letztes Mal nachfrage. Aber zum Fragen sitzen wir Journalisten mit ihm an diesem Tisch, auch er weiß das natürlich. „Du hast mich mittlerweile viermal gefragt“, zählt Guardiola auf, erwartet aber dennoch meine Abschlussfrage: ,Kann sich der aktuelle Druck, der auf Ihnen bei dieser Zukunftsfrage lastet, negativ auf Ihre Entscheidung auswirken?’ Guardiola ist nun wirklich bei der Sache und antwortet diesmal eindeutig: „Nein, weil ich will nur über Fußball sprechen. Fußball, Fußball, Fußball – das ist, was ich mag.“ Das darf der Bayern-Trainer zum Ende der Pressekonferenz noch mal.

Ein Kollege, der extra aus Österreich angereist ist, fragt, ob David Alaba bei der Weltfußballer-Wahl in Zukunft Cristiano Ronaldo gefährlich werden könne. Guardiola hat sichtlich mehr Probleme als bei seinem Vertrags-Thema, die Frage charmant zu umschiffen, schafft es am Ende aber dann doch. „Ok?“, fragt Pep noch mal in die Runde, klopft zweimal auf den Tisch und erhebt sich. Zumindest eins hat er klargestellt: Weltfußballer wird Alaba wohl so schnell nicht werden.

 

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