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Interviews, Stadien, Doppelpass – So läuft eine sportliche Woche bei SPORT BILD

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Sonntag: Eine Woche bei SPORT BILD ist meistens zu kurz, manchmal aber auch sehr, sehr lang – und intensiv! Die vergangene beginnt für mich mit dem Spiel des FC Bayern in Gladbach. Da ich es in den kommenden Tagen nicht nach Stuttgart schaffen werde, habe ich mit VfB-Stürmer Daniel Ginczek ein Telefonat vereinbart. Zwei Stunden vor dem Abflug sitze ich deshalb schon in der Lufthansa-Lounge, wo pünktlich um 12 Uhr mein Handy klingelt. „Hallo Daniel, entschuldige dass ich es diesmal nicht persönlich schaffe. Im Gegenzug erlasse ich Dir Deinen Striptease.“ Ginczek lacht, er weiß worauf ich anspiele. Der Striptease ist unser persönlicher Running-Gag. Wir hatten bei einem vorherigen Interview eine Wette abschlossen. Ich hatte gehört, dass er einst zu seinem Einstand beim 1. FC Nürnberg am Mannschaftsabend strippen musste. Bei unserem ersten Interview in Stuttgart überredete ich ihn daher zu einer Wette: Steigt der VfB nicht ab, muss er noch einmal blank ziehen. Ginczek schlug ein, die Abmachung wurde zum Beweis gedruckt. Damals hielt Stuttgart noch die Liga, ging erst in der Folgesaison runter. Seitdem muss sich der Stürmer damit von mir aufziehen lassen. Erfreut über die gute Nachricht ist Daniel trotz der Niederlage am Vortag gegen Fürth (0:1), bei der er nach langer Verletzung sein Startelf-Comeback gab, nun ganz gut drauf. Am Ende des Interviews (Überschrift wird sein: „Es wäre schön, die Schale hochzuhalten“) reden wir noch kurz über die Nationalmannschaft, für die der Angreifer vor seiner Verletzung schon vor einer Nominierung stand. Damals hatten wir schon ein DFB-Trikot für den Termin im Gepäck. Das Foto-Shooting fiel leider flach. Der Fotograf hatte versehentlich ein Damen-Dress gekauft. Das wollten wir Daniel dann doch nicht antun. Ich sage ihm zu Verabschiedung – und davon bin ich fest überzeugt – dass wir ihn noch im DFB-Dress erleben werden. „Danke, dass Du daran glaubst“, antwortet Ginczek und ich spüre, dass auch er die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat.

Ginczek über seinen Ex-Kollegen Timo Werner

Mit LH2012 geht es dann weiter nach Düsseldorf, von wo ich im Mietwagen weiter nach Möchengladbach fahren werde. Der Flieger ist voller Sportjournalisten. Ein BILD-Kollege ist auf dem Rückweg vom Doppelpass, der eine Stunde zuvor im Flughafen-Hotel „Hilton“ zu Ende ging. Die anderen Reporter wollen wie ich zum Bayern-Spiel. Neben mir sitzt ein Vater mit seinem Sohn im FCB-Trikot. Der Junge ist ganz schön aufgeregt. Nicht umsonst. Er erzählt, dass er heute mit einem Bayern-Star ins Stadion einlaufen darf. Wenn er sich wünscht? Thiago! „Gute Wahl“, gratuliere ich ihm und wünsche für die Spieler-Auslosung viel Glück.

Das 1:0 der Bayern in Gladbach wird ein munteres Spiel, mit zwei Höhepunkten: Thomas Müller trifft endlich wieder mal in der Bundesliga und Robben ist erneut auf Ego-Trip bei der Auswechslung. Beides sind die Gesprächsthemen in den Interviews nach Abpfiff. Robert Lewandowskis Versuch nicht zu lachen, als er auf Robbens Wutausbruch beim Verlassen des Spielfelds angesprochen wird, scheitert. „Das sah von außen sicher lustig aus“, sagt mir der Stürmer. Umso lustiger ist es, wenn man weiß, dass der Pole und der Holländer nicht gerade die besten Kumpels sind. Allein der Protagonist will nicht sprechen. Robben marschiert stramm durch die Mixedzone. Zwei Kollegen, die extra aus seiner Heimat angereist sind, ruft er etwas auf Holländisch zu. Als ich Robbens Landsmänner um die Übersetzung bitte, müssen nun auch sie lachen: „Er meinte, er müsse jetzt fliegen. Ihr Deutschen wisst ja auch: Robben fliegt gern!“ Dazu mimt er eine Schwalbe. Er hätte besser nicht abgehoben. Ein paar Tage später verliert er als Oranje-Kapitän in der WM-Quali 0:2 gegen Bulgarien.

Statt nach Hause mache ich mich Sonntagabend auf den Weg nach Dortmund. Dort trifft sich am Montag um 22 Uhr die deutsche Nationalmannschaft vor dem Länderspiel gegen England.

Montag: Schon beim Einchecken am Vorabend habe ich gemerkt, dass ich eine gute Hotel-Wahl getroffen habe. Der DFB hat sich ebenfalls ins „Radisson Blue“ einquartiert. Die Funktionäre wohl gemerkt. Die Mannschaft wohnt im Sporthotel Kaiserau. Grundsätzlich gibt es ein Gentleman-Agreement, dass wir Journalisten nicht die Hotels der Mannschaft buchen. Wir respektieren, dass sie dort unbeobachtet bleiben wollen. Unser Fokus gilt schließlich dem Treiben auf dem Spielfeld.

Heute ist der Schlusstag bei SPORT BILD, das Heft wird fertig produziert, bevor es in der Nacht in Druck geht. Mein Zimmer verlasse ich nur zum Frühstück, danach folgt ein Tipp-Marathon. Kurz vor 20 Uhr bin ich mit meinen Texten fertig – und sehr hungrig. Ich schaue in den Zweitliga-Spielplan, wer heute im Montagsspiel antritt. Union gegen Nürnberg – nicht so schlecht für meine spontane Idee. Was macht ein hungriger Sportreporter an einem Montagabend in Dortmund? Er geht in die Kneipe von Kevin Großkreutz! Mit Kevin hatte ich vor seinem Rauswurf in Stuttgart schon über sein Lokal „Mit Schmackes“ gesprochen, jetzt wollte ich es einmal testen. Ich setze mich an die Bar und bestelle ein Pils und Currywurst mit Pommes. Kevin ist nicht da, so dass es für mich ein privater Feierabend wird. Wäre er aufgetaucht, hätte ich der Versuchung wohl kaum widerstehen können, ihn zu den turbulenten Ereignissen und sein Ende beim VFB ein paar Fragen zu stellen. So lautet mein Recherche-Ergebnis: Klasse Wurst! Döner gibt es übrigens nicht auf der Karte…

 

Dienstag: Es erwartet mich ein knackiges Programm. Fünf Leser haben bei unserem Gewinnspiel ein Treffen mit Jogi Löw gewonnen, das wir mittags vor der Pressekonferenz im DFB-Museum vereinbart haben. Eine Mutter bittet ihren Sohn Luk mitnehmen zu dürfen. Wer könnte so eine Bitte abschlagen? Ich lese in ihrer Email, das Luk Fan des 1. FC Köln ist. Ich merke schnell, dass der junge Mann fast noch mehr auf den anderen Teilnehmer der Pressekonferenz hinfiebert: Lukas Podolski. Tatsächlich kommt in dem Moment Poldi mit einem Kamera-Team ums Eck. „Hallo Herr Falk“, begrüßt er mich und schmunzelt. Die Förmlichkeit ist gespielt, ansonsten nennt er mich „Falki“. Ich nutze die Gelegenheit, ihn zu einem Foto mit den Lesern zu bitten. Luk scheint noch immer nicht ganz happy zu sein, dann sehe ich sein Handy. „Du hättest lieber ein Selfie gehabt, stimmt’s?“ Er nickt. Auch das wird er später noch bekommen. Doch jetzt trifft der Bundestrainer ein. Im Vorgespräch zusammen mit DFB-Pressechef Jens Grittner gebe ich Jogi Löw noch ein paar Informationen zu unseren Gewinnern. „Wir haben also einen kleinen FC Fan …“, meint Löw zu mir und lächelt hintergründig. Warum, erfahre ich gleich darauf. „Na, Du bist sicher ein Fan von Bayer Leverkusen“, fragt der Bundestrainer Luk. Der kleine Fan wirkt geschockt, entgegnet entschieden ,Nein’! Dann löst Löw den Scherz auf. Der Bundestrainer zeigt sich gut aufgelegt, spricht über seine Reisepläne in die Anden, warum er auf Mesut Özil baut und wie er für die WM 2018 plant (im Heft: „Vielleicht wird Julian Nagelsmann eines Tages Bundestrainer“) .

Löw über Julian Nagelsmann als zukünftigen Bundestrainer

Danach geht es für ein gemeinsames Foto einen Stock höher. Noch ist die Ausstellung zu Sepp Herberger geschlossen. Für uns wird sie dennoch kurz geöffnet. Löw nimmt am Schreibtisch der Bundestrainer-Legende platz und tippt gleich munter auf dessen Original-Schreibmaschine los. „Von Herberger werden immer die großen Fußball-Leitsätze bleiben. Bei mir erinnern sich die Leute wohl mal daran, dass ich Espresso getrunken habe. Das scheint mein Los zu sein“, witzelt Löw. Er kann sich den Spaß erlauben, denn mit dem vierten WM-Titel für Deutschland ist er schon jetzt einer der ganz Großen.


Während die Leser vom Direktor des DFB-Museums noch eine Führung bekommen, muss ich mich verabschieden. Schon 20 Minuten später habe ich einen Termin mit Mesut Özil in Herzogenaurach.


Bereits beim Blick auf die Uhr ist mir klar: Ich werde es nicht pünktlich schaffen. Mein Kollege Heiko Ostendorp ist auch deshalb schon vor Ort, damit wir den Nationalspieler nicht warten lassen müssen. Das Interview („Ich drücke Real die Daumen – selbst gegen Bayern!“) ist tatsächlich schon im Gange, als ich dazu stoße. Mesut sieht es mir nach. „Ein Termin mit dem Bundestrainer geht natürlich vor“, sagt er und zwinkert.

Özil drückt gegen Bayern Ex-Klub Real die Daumen

Der offizielle Part des Tages ist damit für mich durch. Gerade beim Verlassen der Sportschule fährt ein Mercedes-Van vor und es steigt aus: Lukas Podolski. Poldi ist der Mann der Stunde, schließlich soll er am nächsten Tag aus der Nationalmannschaft verabschiedet werden. In der Hand hat der Ur-Kölner ein Nummernschild mit einer Podolski-Aufschrift sowie: ein rosa Kaninchen. Auch ein Reporter muss nicht alles verstehen. Wir flachsen noch ein wenig zum morgigen Spiel, dann sage ich Servus und er geht zu den wartenden Fans.

Mittwoch: Der Spielabend wird sehr emotional. Nach 130 Spielen verabschiedet Fußball-Deutschland seinen Kult- und Spaß-Fußballer Podolski. Ich muss ehrlich sagen: Ich bin ein wenig gerührt, Poldi wird mir fehlen. Beim Video-Einspieler auf der Stadion-Leinwand wird auch die Szene gezeigt, wie Poldi mich vor der WM 2014 in den Pool der Nationalmannschaft warf. Meine Redaktion postet dazu einen Beitrag auf Instagram. Kurz darauf antwortet darauf ein User: „Hatte er bestimmt verdient“ – dazu ein Zwinker-Smiley. Absenders des Beitrags ist: Thomas Müller. Um die Spaßvogel-Nachfolge bei der Nationalmannschaft müssen wir uns keine Sorgen machen.

Jamie Vardy läuft mir vor dem Mannschaftsbus der Engländer über den Weg. Ihn bitte ich privat um ein Selfie. Warum? Ist einfach ein geiler Typ.

Donnerstag: Tag fünf meiner Reise startet etwas zäh. Nach einer kurzen Länderspiel-Nacht geht mein Flieger aus Dortmund um 6.50 Uhr. Denn in München erwartet mich zum Mittagessen ein weiter Interview-Partner für unser Leser-Gewinnspiel. Der Beitrag dazu erscheint erst in der Ausgabe am kommenden Mittwoch. Sorry.

Freitag: … ist Schreibtag. Neben den Interviews mache ich auch eine Geschichte, an der ich die Woche über recherchiert habe: „Bayern will Eberl noch immer!“ Mit Lothar Matthäus bespreche ich zudem seine nächste Kolumne. Das Thema wird hinsichtlich des Champions-League-Viertelfinals der Bayern gegen Real seine großen Duelle gegen Madrid sein. Die heftigsten stiegen in den 80ern. Wir titeln: „Ich dachte, Juanito bringt mich um!“

P.S. Sonntag: Die Arbeitswoche ist noch nicht ganz um für mich. Ich bin zum Doppelpass eingeladen. Kult-Moderator Waldi und ich frotzeln uns mit Freude, daher auch in der Sendung. Ich gebe ihm deutlich zu verstehen, dass seine Leader-Forderungen nach Effenberg & Co für die Nationalmannschaft antiquiert sind. Er kontert, dass mich Schweini zu Recht nach meinem Chefchen-Artikel bepöbelte. Streit gehört zu einem echten Stammtisch dazu.


Zu einer anderen Aussage erscheint sogar ein Artikel:

So war das mit Lahm und Khedira

Nicht, dass ich das Thema nicht selbst interessant gefunden hätte. Tatsächlich hatte mir Doppelpass-Moderator Thomas Helmer die Information entlockt, dass sich Philipp Lahm einst gegen eine Verpflichtung von Sami Khedira zum FC Bayern ausgesprochen hatte. Es war meine erste Geschichte, für die ich nicht selbst in die Tasten hauen musste. Sie schrieb sich praktisch von selbst. So schön das auch ist: Am liebsten schreibe ich sie selber!

Die Interviews mit Jogi Löw, Mesut Özil und Daniel Ginczek lesen Sie wie Lothars Kolumne und die neue Bayern-Story um Max Eberl in der aktuellen Ausgabe von SPORT BILD.

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