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Meine Confed-Nacht mit Jogi, Valderrama, Lothar und Vidal

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Es gibt Abende, die sind selbst nach 17 Reporter-Jahren etwas ganz besonderes. Nach Abpfiff in Sankt Petersburg sah ich verblüfft von der Tribünen zu, wie Jogi Löw jubelnd über den Rasen stürmte. Wie seine Spieler strahlte er eine fast kindliche Freude aus, die regelrecht ansteckend war. Kurz darauf saß der Bundestrainer vor mir mit dem Pokal, er auf dem Podium, ich in der PK-Reihe 1. Ein von Emre Can angeführter Stoßtrupp hatte uns gerade mit Bier bespritzt, und ich hatte das Bedürfnis, Löw zu diesem Erfolg einfach gratulieren zu müssen. Mit der Trophäe, die wie Löw sagte, sogar schwerer sei, als der WM-Pokal machten wir zusammen ein Selfie zur Erinnerung dieser Nacht. So ein Bild zu machen, ist unter Reportern schon mal verpönt. Doch ein lieber Kollege der „Süddeutschen Zeitung“, der neben mir stand, meinte: „Ganz ehrlich: Dieses Bild hätte ich jetzt auch gern.“ Ja, ich auch. Das erste Selfie mit dem frischgebackenen Confed-Cup-Sieger-Bundestrainer, übrigens der erste in der DFB-Geschichte.
Der Mannschaftsbus fuhr gerade aus dem Stadion an mir vorbei, als ich in der polar-hellen Nacht eine Kontur eines blonden Wuschelkopfs auf mich zukommen sah. Ich erkannte nur die Umrisse der Gestalt, doch ich war mir bereits sicher: Es musste Carlos Valderrama sein. Einer der großen WM-Helden meiner Kindheit sollte mir direkt in die Arme laufen. Ich konnte nicht anders, mit ihm musste ich ebenfalls ein Foto haben. Als ich das Selfie später betrachte, staune ich selbst, wie meine Augen vor Freude strahlen. Damit war die Siegesnacht noch lange nicht vorbei. Es stand noch eine Verabredung an.


Die Brücken zwischen den Inseln von Sankt Petersburg werden nachts für den Schiffsverkehr schon mal hochgeklappt. Dann heißt es: warten. Bestimmt 40 Minuten stehen wir am Ufer, staunen über die Beleuchtung der historischen Promenade. Es ist fast drei Uhr morgens als ich im Kempinski eintreffe – und Lothar Matthäus wartet schon an der Rezeption. 


„Die Bar hat schon geschlossen, aber ich kann uns über den Zimmerservice noch eine Runde Bier bestellen“, schlägt Matthäus vor. Für SPORT BILD besprechen wir generell seine Kolumnen, doch heute Abend sehe ich ihn privat. Lothar gibt meinen Kollegen Uli Köhler noch ein TV-Interview für Sky, für das er als TV-Experte tätig ist. 


Danach trinken wir alle russisches Bier aus eiskalten Flaschen, serviert in einem Champagner-Kühler. Herrlich! Es ist vier Uhr morgens, als wir uns verabschieden. Lothars Wecker geht um 5.15 Uhr, meiner um 6.30 Uhr. Völlig egal in so einer Nacht. Nach dem WM-Sieg 2014 bin ich direkt von den Straßenbars in Rio zum DFB-Siegerflieger gefahren, nur das Gepäck holte ich noch aus dem Zimmer, das ich nicht benutzt hatte.

So ist es kein Wunder, dass ich direkt beim Start meiner Aeroflot-Maschine SU6657U von Sankt Petersburg nach München einnicke. Als ich wieder erwache, merke ich, dass ich wohl nicht als einziger Passagier die Nacht zum Tag gemacht hatte. Fünf Reihen vor mir hält auf Platz 1A Arturo Vidal ein Schläfchen. Ein zu recht müder Krieger.


Im Bus vom Flieger zum Terminal sind wir dann beide wieder wach. „Ich muss erstmal mit dem Mister sprechen – für drei Wochen Urlaub“, sagt Arturo. Die China-Reise mit Bayern würde er sich gerne sparen. Ihn zieht es nach Rom, mich nach Mallorca – aber erstmal müssen unsere Kinder Ferien haben.


Wie soll ich sagen: Die Fußball-Welt ist in Turnier-Wochen klein – wie auch wunderbar. Genau 17 Tage war ich mit der jungen DFB-Truppe um Jogi Löw in Russland unterwegs. Sportlich mag der Confed Cup 2017 keinen sehr hohen Stellenwert genießen, in meiner Reihe von zehn Turnieren wird er dennoch einen besonderen Platz einnehmen. 

Danke Jogi, schön war die Zeit! 

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