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Turin: So läuft eine Reise mit dem FC Bayern

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So begrüßt Berni die Bayern-Reisenden. Jeder Fluggast bekommt einen Schal zum Spiel
So begrüßt Berni die Bayern-Reisenden. Jeder Fluggast bekommt einen Schal zum Spiel

Berni ist mit seinen roten Fanschals immer der Erste am Terminal 2, aber dann kommt auch schon der Präsident. Karl Hopfner schüttelt erst dem Bayern-Maskottchen die Hand, bevor er am Schalterbereich 401 am Münchner Flughafen für LH 2570 nach Turin um kurz nach 13 Uhr eincheckt. Wie jeder Reiseteilnehmer von FC Bayern Tours, das für den Klub wie auch zahlende Gäste – dazu zählen selbstverständlich auch die Journalisten – den Trip zu den Champions-League-Spielen organisiert, bekommt auch der Bayern-Präsident seine eigenen Unterlagen inklusive Reiseführer. Zeit die Tipps darin zu nutzen, hat aber fast niemand, der in diesen Flieger steigt. Immerhin geht es hier um nicht weniger als den Einzug ins Viertelfinale der Königsklasse. So läuft ein Reisetag mit dem FC Bayern …

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Während Hopfner am Montag lediglich repräsentiert und außer einem kurzen Smalltalk mit mir offiziell nicht sprechen will, ist für den Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge bereits eine Medien-Ecke aufgebaut. Der Bayern-Boss gibt seine letzten Einschätzungen zu der Partie und vergisst dabei nicht, dem ewigen Lokalrivalen 1860 eine mitzugeben. Obwohl die Löwen von der Champions League noch weiter entfernt sind als vom eigenen Stadion. „Es ist ja jetzt schon 23-mal angekündigt worden, dass man jetzt ein neues Stadion bauen will. Am FC Bayern würde das sicher nicht scheitern“, stellt Rummenigge klar, um dann mit einem Schmunzeln seinen Wunsch hinterher zu schicken: „Irgendwann sollte es dann auch umgesetzt werden. Ich befürchte nur, dass ich dann nicht mehr die Blaskapelle anführen kann und dann würde mir etwas im Leben fehlen…“

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Den nächsten, den meine TV-Kollegen mit Kameras umlagern, ist Arjen Robben. Immer wieder kommt die Frage auf seinen Ex-Kollegen Mario Mandzukic, der sich an Trainer Pep Guardiola für seine Demontage in München rächen will. „Das hatten wir doch gerade schon“, bricht der zunächst geduldige Robben die Frage-Runde ab und verschwindet zusammen mit Franck Ribéry und Robert Lewandowski durch die Sicherheitskontrolle. Robben weiß zu diesem Zeitpunkt bereits: Es wird nicht die letzte Frage nach Mandzukic gewesen sein. Der Holländer ist an diesem Tag auch noch für die internationale Pressekonferenz um 17 Uhr im „Juventus Stadium“ vorgesehen. Zuvor muss er aber noch einen Sicherheitsmann umdribbeln, der ein zaghaftes „Forza Juve!“ hinterher ruft. Der Mann ist Italiener.

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Die Plätze im Flieger sind klar aufgeteilt. Die erste Reihe der First Class beginnt mit Rummenigge, danach folgen Hopfner, die Vorstände und Trainer Pep Guardiola. Die Bayern-Stars dürfen es sich in der Business Class gemütlich machen. Den Mittelteil der Maschine füllen die VIP-Fans. Die Journalisten sind in den letzten Reihen untergebracht. So wird unter anderem verhindert, dass die Medien von Ribérys traditioneller Kissenschlacht etwas mitbekommen. Ein Reisetrip mit dem FC Bayern zu Champions-League-Spielen ist zeitlich eng getaktet, auch wenn sich unter Pep Guardiola einiges geändert hat. Kein Bayern-Trainer flog so spät und ließ das traditionelle Abschlusstraining im Stadion des Gegners am Abend vor dem Spieler ausfallen. Die Spieler genießen den neuen Rhythmus. Ob ihn auch Carlo Ancelotti so fortführt, darf allerdings bezweifelt werden.

Franck Ribéry und Kumpel David Alaba müssen auf ihr Gepäck in Turin ein wenig warten
Franck Ribéry und Kumpel David Alaba müssen auf ihr Gepäck in Turin ein wenig warten

Nach der Landung hängt der Flug-Kapitän erst einmal die Bayern-Fahne aus dem Cockpit. Turin soll wissen: Die Bayern, die sind da! Daraufhin startet der Mannschaftsbus, der separat aus München angefahren wurde, mit den Spielern ins Hotel. Eine kleine Bayern-Delegation um Pep Guardiola, Kapitän Philipp Lahm und Robben macht sich dagegen ins Stadion zur Pressekonferenz auf.

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Lahm wirkt an diesem Tag angriffslustig. Der Kapitän hat offenbar eine Botschaft für seine Mannschaft vorbereitet, denn obwohl die Frage nach Juventus gestellt wurde, erinnert Lahm an ein anderes Spiel: „Uns darf nicht passieren, was uns letzte Saison gegen Barcelona passiert ist. Da haben wir in der Endphase den Kopf verloren und nicht daran gedacht, dass wir zu Hause noch 90 Minuten haben!“ Der Weltmeister-Kapitän lässt noch eine selbstbewusste Spitze gegen den italienischen Meister folgen, der in der Liga gerade eine ungeschlagene Serie hingelegt hat. „Aber das ist in der Liga. Das ist ein Unterschied!“ Lahm weiß: Die letzte Mannschaft, die in der Champions League gegen Turin gewinnen konnte, war sein FC Bayern (2:0 im April 2013).

Robben hat es an diesem Tag dagegen wirklich nicht leicht. Der Profi bekommt zum zweiten Mal eine Frage wiederholt gestellt, worauf er leicht gereizt den Journalisten knapp und deutlich hinweist: „Die hatten wir schon. Du musst schon ein bisschen besser aufpassen, wenn Du hier drin bist…“ Der Punkt geht an Robben.

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Robben beschäftigt auch mich vor diesem Duell gegen Juventus. Wie sind Guardiolas Pläne mit dem Flügelflitzer, nachdem sowohl Costa wie auch Coman in dessen Verletzungszeit auf den Außen glänzten? Gegen Darmstadt verschob der Trainer Robben mehr in die Zentrale. Ich möchte von Guardiola wissen, wie er Robben in dieser Rolle sieht. Der Spanier antwortet mir sehr ausführlich. Am Ende bleibt aber vor allem eine Aussage von Guardiola hängen: „Er ist der beste Robben, den ich je gesehen habe.“ Eigentlich müsste Pep den Holländer demnach aufstellen. Allerdings weiß man bei Guardiolas Lobs ja nie…

Erwischt! Ein Kollege knipst mich beim Knipsen auf der Pressekonferenz und schickt es an meine Redaktion in Hamburg. Die leiten es postwendend an mich weiter. Big brother is watching you …
Erwischt! Ein Kollege knipst mich beim Knipsen auf der Pressekonferenz und schickt es an meine Redaktion in Hamburg. Die leiten es postwendend an mich weiter. Big brother is watching you …

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