Der FC Bayern brüskiert den Weltfußball

Der FC Bayern brüskiert die „Ballon d‘Or“-Wahl auf mehreren Ebenen und sorgt damit in der Weltfußball-Gemeinde für Aufregung und Verstimmung.SPORT BILD-Kolumnist Lothar Matthäus war am Montag bei der Fifa-Wahl in Zürich vor Ort. Der einzige Weltfußballer der DFB-Historie berichtete mir über den Unmut, den sich der FC Bayern nicht nur von der arg gebeutelten Fifa, sondern vor allem von den Klub-Kollegen auf sich gezogen hat. Real Madrid und der FC Barcelona hatten für die Weltauswahl je vier ihrer Spieler in die Schweiz geschickt. In dieser gekürten Topelf fehlte allein Welttorwart Manuel Neuer auf dem Gruppenbild, den der FC Bayern nicht aus Doha hatte einfliegen lassen. Ebenso wie Pep Guardiola, zweiter bei der Wahl zum Trainer des Jahres. In Zürich wurde das als Boykott empfunden. Paul Breitner, der den Preis für Neuer als Markenbotschafter der Bayern entgegennahm und die Veranstaltung vorzeitig verlies , kritisierte heute in einem Interview mit der TZ, dass Neuer und Philipp Lahm längst den Weltfußballer-Titel verdient gehabt hätten. Zeitgleich tat Bayern-Kapitän Lahm die Fifa-Auszeichnung via seiner Kolumne auf dem Onlineportal goal.com als Marketingpreis ab. Lahm schlug sogar vor, die Weltfußballer-Wahl in Zukunft über Facebook zu vergeben.

Es wirkt, als reagiere der FC Bayern nun ein wenig beleidigt, nachdem die Münchner Neuer (2014) und Ribéry (2013) zuletzt chancenlos den dritten Platz bei der Weltfußballer-Wahl belegt hatten. Sollte der Eindruck stimmen, würde das dem öffentlichen Bild der Bayern schaden – als Sportsmänner wie auch als internationale Marke.