Neuer ist Favorit aufs Kapitänsamt gegen die Ukraine 

Featured Image

Die Statistik ist aufgrund der Rotation des Kapitänsamtes überraschend. Ganze achtmal führte Manuel Neuer die Nationalmannschaft seit dem WM-Titel als Kapitän aufs Feld. Zweimal mehr als der eigentliche Amtsträger Bastian Schweinsteiger, der verletzt oft nicht zur Verfügung gestanden war, und doppelt so oft wie Neuers ehemaliger U21-Europameister-Kapitän Sami Khedira.

Im August 2004 war Oliver Kahn als Torwart-Kapitän von Bundestrainer Jürgen Klinsmann entmachtet worden. „Ich wollte einen Feldspieler haben, der in Verbindung steht zu jedem Mannschaftsteil auf dem Platz“, begründete Klinsmann die überraschende Entscheidung für seinen neuen Capitano Michael Ballack. Klinsmanns Co-Trainer hieß damals übrigens Jogi Löw.

Zweifel, dass ein Torwart Deutschland anführen kann, wie es einst Kahn tat, lässt Neuer nicht gelten. „Ich kann auch als Torwart sehr wohl auf das Spiel einwirken, mit meiner Körpersprache und auch durch Kommunikation“, entgegnet er mir  entschieden. Neuer ist aber nicht der Typ, der die Binde einfordern würde. Auch darum fügt er schnell an. „Für uns ist in erster Linie wichtig, dass die Achse stimmt, in der wir kommunizieren. Egal, wer auf dem Platz steht oder die Binde trägt, wir müssen einander helfen. Die Spieler, welche die richtigen Dinge an den Mann bringen, haben wir dafür.“ Ohnehin glaubt der Nationaltorwart nur an eine kurze Vertretungsphase. „Basti trainiert mit der Mannschaft, also kann er uns auch jetzt schon auf dem Platz helfen“, stellt Neuer klar, dass Schweinsteiger der eigentliche Chef bleibt. „Auch bei jeder Sitzung war er dabei. Er ist als Kapitän präsent.“

Die Binde wird gegen die Ukraine dennoch ein anderer tragen. Vielleicht erstmals seit der EM 2004 zum Turnierstart wieder von einem Torwart.