Özil, Tsubasa und ich

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Es gibt inzwischen eine kleine Tradition, wenn Mesut Özil und ich uns bei Turnieren zu Interviews treffen. Wir reden dann immer als erstes über „Captain Tsubasa“! Der Protagonist der Manga-Serie ist Özils Held seiner Kindheit. Zu sprechen kamen wir erstmals vor der Weltmeisterschaft 2014 auf die Comic-Figur. Eigentlich war das Thema die größten 10er der Fußball-Geschichte und wie sie den deutschen Spielmacher beeinflusst haben. Nach Fritz Walter und Wolfgang Overath waren wir gerade bei Lothar Matthäus, als Özil den mir damals noch unbekannten Regisseur ins Spiel brachte: „Als ich noch ein Junge war, habe ich immer die japanische Zeichentrickserie ,Captain Tsubasa‘ gesehen, der darin als Spielmacher den Zehner trug“, verriet Özil. Darum hätte auch er stets die Nummer 10 bei seinen Trikots gewählt. Mit dieser unerwarteten Aussage schaffte es der Japaner auf eine SPORT BILD-Seite mit Zinedine Zidane & Co!

Beim Termin in Evian überrascht mich Özil erneut mit Tsubasa, als ich ihn nach unserem inzwischen gemeinsamen Bekannten frage. Der Arsenal-Profi zückt sein Handy und wischt durch seine Foto-Gallerie. „Da ist es!“, sagt Mesut. Auf dem Bild sehe ich sein National-Dress, bevor ich auf die Schienbeinschoner aufmerksam werde. Da ist er tatsächlich! Captain Tsubasa! „Ich habe das nach der WM bei Arsenal machen lassen“, erklärt er mir. Sein damaliger Londoner Kollege Lukas Podolski hatte einen Freund, der Schienbeinschoner nach Wunschmotiven bedruckt. Daraufhin meine Özil zu Poldi: „Weißt Du was? Auf beide Schienbeinschoner muss Tsubasa drauf!“ So ist nun der Japaner bei jedem deutschen EM-Spiel als zwölfter Mann mit auf dem Rasen. Und in die Sport Bild schaffte er es natürlich auch. Ich bin jetzt schon gespannt, was Mesut beim Confed-Cup 2017 in Russland für mich in Sachen Captain Tsubasa auf Lager hat.