So zockt sich Löw zum Titel

Vor der Wiederauflage des EM-Halbfinales von 2012 gegen Italien hatte Bundestrainer Jogi Löw eingeräumt, sich bei der damaligen Pleite verzockt zu haben. Statt nun bei der Revanche gegen die Squadra Azzura seine Viererkette aufzustellen, die als einzige Abwehr des Turniers bis zum Viertelfinale ohne Gegentor geblieben war, zockte Löw erneut. Der Bundestrainer nahm das Risiko in Kauf, für die Umstellung bei einer erneuten Niederlage im Mittelpunkt der Kritik zu stehen und als unbelehrbar zu gelten. Löw blieb dennoch seiner Überzeugung treu, setzte auf eine Dreierkette – und steht jetzt zur Belohnung im EM-Halbfinale! Italien machte aus dem Spiel heraus kein Tor, traf gegen Manuel Neuer nur per Elfmeter. Mit seiner Zocker-Taktik bezwang Löw als erster Bundestrainer die bei Turnieren für deutsche Mannschaften bisher unüberwindbaren Italiener. Nach Brasilien bei der WM 2014 ist es die nächste schwarze Serie die Löw aus der DFB-Historie ausradiert. Eine weitere steht darin allerdings noch: Viermal wurde Deutschland Weltmeister, nie folgte danach ein Triumph bei einer EM. Ich zocke mit Löw und sage: Er schafft auch das und holt den nächsten Titel für Deutschland!