Schale-la-la-la!

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Sie kam nahezu unbemerkt, eingebettet in einem schwarzen Koffer, schon am Samstagmorgen ins Münchner Stadion, wo Sie Thomas Müller im vergangen Jahr noch unter der Dusche in der Bayern-Kabine fallen gelassen und beschädigt hatte: Die Meisterschale, 12 Kilo schwer. 

Wie alle anderen an der Meister-Zeremonie in der Allianz Arena Beteiligten muss auch die Schale zur Generalprobe am Vormittag. Zweimal wird die Bühne auf dem Rasen Aufgebot, um es nach Schlusspfiff innerhalb von sieben Minuten zu schaffen. Dann laufen die beiden Schalenkinder ein, um die perfekte Einstellung für die TV-Kameras zu finden.

Für die Bundesliga-Trophäe wurden eigene Regeln geschaffen: Nur echte Meister, oder die es zumindest mal waren, dürfen sie mit bloßen Händen anfassen. Einzige Ausnahme sind die beiden Schalenkinder sowie der DFL-Präsident bei der Zeremonie der Übergabe, alle anderen bekommen von der Liga und ihrem Dienstleister Hermes weiße Handschuhe verpasst. 

Bis zum ersten Spieltag wird das Original im Tresor der des FC Bayern im Keller der Säbener Straße verwahrt und auch im FCB-Museum ausgestellt, bevor sie die DFL wieder abholen lässt. Als Ersatz bekommt der Meister ein zehn Zentimeter kleineres Duplikat. Die Bayern-Spieler können sich auf eigene Kosten (ein fünfstelliger Euro Betrag) ebenfalls Kopien bestellen, aber auch nur sie. 

Wie beim Anfassen gilt: Der Bremer Kunstschmied darf nur für Meister Kopien anfassen. Diese sind wiederum noch mal ein Stück kleiner als das Duplikat für den Klub.